Online Marketing Selbstorganisation

So kannst du dein Business professionell planen

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September 12, 2018

Früher habe ich alles auf mich zu kommen lassen. Habe maximal meine Rechnungen im Kopf überschlagen und wahrscheinlich für einiges mehr ausgegeben, als ich hätte sollen. Fehler sind da um gemacht zu werden, solang du aus ihnen lernst. Inzwischen weiß ich, dass man einen Businessplan braucht. Wie man einen solchen Plan erstellt und was es dabei zu beachten gibt, zeige ich dir in diesem Artikel.

Diese Erfahrung möchte ich mit dir teilen.



Was ist ein Businessplan?

Es ist ein Plan, in dem dein komplettes Vorhaben grob oder lang beschrieben wird. Dieser sollte so aufgebaut sein, dass du ihn jemand in die Hand drücken kannst und er (nach dem er es gelesen hat) genau versteht, worum es geht.

Stell dir vor, du müsstest bei deiner Bank ein Schriftstück einreichen, damit dein Kredit bewilligt wird. In diesem Schriftstück soll genau beschrieben stehen, was du vor hast und wie du es bewerkstelligen willst. Das ist der Businessplan.

Es gibt 2 Arten: einmal den „One-Page“-  und den ausführlichen- Businessplan.

Ausführlich: Hier steht alles drin, was dein Geschäft beschreiben könnte, so dass hinterher wirklich keine Fragen mehr offen bleiben. Wie schon erwähnt, nutzt du ihn, für offizielle Treffen mit potentiellen Partnern oder Banken. Was du hinein schreiben musst, erkläre ich dir weiter unten.

Es hat noch einen weiteren Vorteil. Durch die Plan Erstellung, gehst du noch einmal alles im Kopf durch. So festigt sich A deine Idee und B fallen dir so eventuelle Fehler auf.

One Page: Wie der Name schon sagt, steht hier alles wichtige auf einer Seite. Kurz und bündig aber es steht trotzdem alles drin. Es ist klar wofür er gebraucht wird. Für Situationen, in denen du oder die andere Partei wenig Zeit hast.

Also macht es Sinn beide zu erstellen.


Wozu brauchst du einen Businessplan?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen gehst du deine Idee ganz genau einmal im Kopf durch und findest so, einen eventuellen Denkfehler. Der wohl wichtigere Grund ist aber, dass du einem außenstehenden, deine Geschäftsidee, haarfein, erklären kannst, ohne es ihm erklären zu müssen. 😀

Der Plan muss also so aufgebaut und geschrieben sen, dass hinterher keine Fragen mehr offen bleiben.

Du kannst also einem potentiellen Geschäftspartner, deinen Businessplan zusenden und er versteht genau was du vorhast. Dementsprechend kann er entscheiden, ob er mit dir zusammen arbeiten will oder nicht.

Falls du eine neue Geschäftsidee starten möchtest und bei deiner Bank nach einem Kredit fragst, ist ein Businessplan Pflicht Voraussetzung.


Wie definierst du die Ziele deines Businessplans?

Die Ziele für deinen Businessplan erstellst du am besten nach dem SMART-Prinzip. Falls du das SMART- Prinzip noch nicht kennst: Es bedeutet, dass du ein klares und realistisches, Ziel mit genauen und messbaren Zahlen, zu einem festen, Datum definierst. (Bis zum ersten Quartal 2020 werde ich mit meinem Blog 10000€ Netto, im Monat, verdienen.)

Das ganze könnte dann so aussehen:

erster Meilenstein (bis Juni 2019): erstes eigene Produkt, 3000€ Brutto mtl., +1 zusätzlichen Mitarbeiter

zweiter Meilenstein (bis März 2020): erste Partnerschaften schließen, 10000€ Brutto mtl., +1zusätzlichen Mitarbeiter

dritter Meilenstein (bis Ende 2020): eigene Produktreihe an den Start bringen, 50000€ Brutto, +2 zusätzliche Mitarbeiter

Gesamtziel (bis Ende 2025): 100 000€ Brutto mtl. mit einer Teamgröße von 4-8 Mitarbeitern.

Die Ziele sind klar, realistisch und messbar.

Wenn deine Ziele nicht datiert sind, sind sie nicht besonders motivierend. Sagen wir, dein erster Meilenstein ist: 2000€ Netto im Monat zu verdienen.

Bis wann? Joa, irgendwann eben. Nein, das ist nicht besonders aussagekräftig. Aber wenn du genau 6 Monate Zeit hast, um dein Ziel zu erreichen, sieht die Welt schon anders aus. 😀

Diesen Rat kann ich dir übrigens für alle deine Ziele im Leben geben, setze dir ein Datum, das ist viel motivierender, denn du willst ja dein Ziel erreichen.


Ab wann macht es Sinn, einen Businessplan zu erstellen?

Wenn ein Projekt, mindestens, einen der folgenden Punkte erfüllt, solltest du einen Plan dafür erstellen.

Das Projekt geht über einen langen Zeitraum

Alles was über 1 Jahr geht, ist für mich ein langer Zeitraum.

Es wird, voraussichtlich, viel Kosten

Wenn du von vornherein abschätzen kannst, dass das Projekt teuer werden wird, kannst du dir keine Fehler erlauben. Alles muss so gut wie es gut durchgeplant werden. Denn jeder Fehler wird dich teuer zu stehen kommen. Was “viel” ist, hängt natürlich von deiner finanziellen Lage ab.

Du bist auf Hilfe Dritter angewiesen

Damit meine ich die Hilfe durch Geldgeber. (Investoren oder Banken) Das Ausleihen von Arbeitskräften, durch eine Partner-Firma, gehört zum Beispiel auch dazu.

Bei Unsicherheit

Wenn du eine Idee zum ersten Mal umsetzen willst und dir noch nicht sicher bist, ob du vielleicht doch etwas vergessen oder übersehen hast, lohnt es sich auch hier. So erlangst du mehr Sicherheit und kannst eventuelle Fehler ausmerzen.


Es steht dir frei, auch einfach für jedes Projekt einen Plan zu erstellen. Allerdings sind das die Punkte, bei denen es auch wirklich Sinn macht.


So erstellst du dir deinen persönlichen Businessplan

Zunächst zeige und erkläre ich dir die Punkte, die in mit deinem Plan geklärt werden sollen.


Zusammenfassung

Beschreibe dein Vorhaben, so, dass es jeder versteht, in wenigen Sätzen.


Geschäftsmodell

Um welches Geschäftsmodell handelt es sich? Affiliate Marketing, Dropshipping, Consulting…

  • Geschäftsidee

Erstelle kurze eine Erklärung, die deine Geschäftsidee innerhalb von 30-60 Sekunden erklärt. Diese Erklärung nennt man im Marketing den “Elevator Pitch”. Google den Begriff, wenn du mehr dazu erfahren willst. Für dein Geschäft könne das Wissen von Nutzen sein.

  • Zielgruppe

Definiere deine Zielgruppe ganz genau. Dafür empfehle ich die Erstellung eines Kunden-Avatars. Dazu habe ich bereits einen Artikel verfasst: Wie erstelle ich einen Kunden-Avatar?


Produkt

Erkläre das Produkt, mit dem das Geld verdient werden soll.


Markt und Wettbewerb

Für die Recherchen empfehle ich dir die Keyword- Tools, die ich bereits in Wie finde ich die richtigen Keywords? vorgestellt habe. Sie lassen sich auch Prima für Markt- und Wettbewerbsanalysen nutzen.

  • Marktanalyse

Erstelle eine umfassende Marktanalyse und sammle Informationen zu folgenden Punkten:

Marktgröße (Schau dir die Suchvolumen der Keywords an, die für dich in Frage kommen), Marktwachstum, Marktpotenzial (ein Tech- Markt hat ein viel größeres Potenzial als Fußbodenbeläge) Konsumverhalten (kauft der Kunde dieses Produkt nur einmal oder besteht die Chance auf ein Monatsabo. Preise (welche Preisspanne haben die Produkte in diesem Markt)

Diese Punkte sind wichtig um die Preise deine Produkte und somit auch deine Gewinnspanne zu berechnen.

  • Wettbewerbsanalyse

Wer sind deine Mitbewerber? Schaue dir an, wie sie sich im Markt positionieren, gibt es ein Feld, das weniger besetzt ist, in deiner Nische? Wo liegen ihre Schwächen, die deine Stärken sein könnten?


Ziele

Wie du deine Ziele definierst habe ich ja oben schon beschrieben. Ich wollte diesen Punkt etwas näher erläutern, weil ich ihn für besonders wichtig halte. Motivationsmäßig.

Strategie

Was ist dein Unique Selling Point? (Alleinstellungsmerkmal) Was unterscheidet dich, dein Produkt oder dein Unternehmen von den ganzen anderen Marktteilnehmern.

Und wie möchtest du dich vom restlichen Markt abgrenzen? Es gibt 3 Möglichkeiten: Du bietest bessere Preise, bessere Qualität oder du spezialisierst dich auf einen kleineren Teil in deiner Nische. Dating → Männer daten Frauen →  Männer über 40 daten Frauen unter 30. Du verstehst das Prinzip. Umso kleiner die Nische, desto geringer die Konkurrenz.


Marketing

Welche Traffic-Quellen möchtest du nutzen. Möchtest du Werbekampagnen schalten? Über Facebook, Google oder Influencer? Möchtest du eine Marketing Agentur engagieren?

Wie soll das Produkt an den Kunden verkauft werden? Direktmarketing? Oder willst du es, mit gezieltem E Mail Marketing, an deine Follower verkaufen?


Organisation

  • Rechtsform & Steuern

Welche Rechtsform möchtest du wählen? (GmbH, Einzelunternehmen, AG)

Welche Steuern treffen auf dich oder dein Unternehmen zu?

  • Personal

Wie viele Mitarbeiter wirst du für die Durchsetzung deines Ziels brauchen? Wo bekommst dieses zusätzliche Personal? Schließlich brauchst du fähige Leute, denen du Vertrauen kannst.


Finanzierung

Hier fließt alles zusammen. Wie viel Geld hast du monatlich zur Verfügung. Was wird dein komplettes Personal kosten? Wie viel gibst du für zusätzlichen Traffic, also Werbung, aus? Wenn du schon Erfahrungen aus früheren Projekten hast kannst auch eine ungefähre Prognose über deinen Gewinn machen.

Du solltest auch ohne Erfahrung eine ungefähre Schätzung aufstellen. Damit du den Preis deiner Produkte, dementsprechend, anpassen kannst.

Zur Erklärung: Dein Produkt soll 29€ kosten. Die durchschnittliche Conversion Rate, in dieser Nische, liegt bei 3%. 1000 Besucher kosten dich über Facebook Werbung 200€. Du rechnest, um sicher zu gehen, mit 1,5%.

Rechnung:

1000 x 0,015 x 29 = 435€

Besucher x Conversion Rate x Produkt Preis = Brutto Einnahmen

Also würdest du, in diesem Beispiel, mit jeden 100€, 117,5€ Gewinn machen. Und wie viele 100€ stehen dir nach Abzug aller Fixkosten zur Verfügung?

Ich hoffe du hast verstanden, wie du deinen Finanzierungsplan aufsetzt. Falls du dazu noch Fragen hast, lass es mich Wissen.

An dieser Stelle möchte ich dir noch einen kleinen Geheimtipp zur Kosten Kalkulierung geben. Bei Google Docs Tabellen findest du Vorlagen für Monats- und Jahres Kostenplanung. Nennt sich “Monats”-/ “Jahresbudget”.


Chancen und Risiken

Welche Möglichkeiten hast du mit diesem Projekt? Also welche Chancen bestehen? Hast du die Chance auf den Platz als Marktführer in deiner Nische? Wie realistisch ist das?

Und genauso musst du auch die Risiken nennen. Was wäre das worst Case? Der Totalverlust? Oder könntest du mit einer kleinen Anpassung wie der Entlassung einer oder mehrerer Mitarbeiter, das Projekt weiter (profitabel) am laufen halten?

Also kannst du die Risiken minimieren, indem du Anpassungen vornimmst. Über solche Szenarien musst du dir, von Anfang an über, im klaren und vorbereitet sein.


Fazit

Ein Business zu planen bringt sehr viele Vorteile mit sich und macht mit den Unterschied zwischen professionellen und Hobby-Marketern. Erstellst du deinen Plan Schritt für Schritt nach diesen Punkten, steht dem Erfolg deines Businesses nichts mehr im Wege. Erfolg ist planbar und ein Businessplan ist das beste Beispiel dafür.

Falls du noch Fragen zu einem Punkt oder Verbesserungsvorschläge hast, schreib mir doch ein Kommentar dazu.


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