Sonstiges Tagebuch

Meine Internetanbieter Storys und die 800€ Rechnung

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Dezember 15, 2018

Ich möchte euch heute eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte von einem Jungen, wie er das Internet für sich entdeckt und seinen Internetanbietern.

Und wie dieser Junge es geschafft hat, dass er einem Anbieter sogar 850€ zahlen musste.

Spoiler: Dieser Junge bin ich.

Eine Blogparade von dslregional.de also schaut dort gerne mal vorbei und schaut euch um, falls ihr auf der Suche nach guten Internetanbietern Anbietern seid. 😀

Hier findest du den Link zur Blogparade.


Meine ersten Gehversuche im Internet

Ich war noch ein Schüler, als das Internet damals einigermaßen salonfähig wurde. Es war unglaublich langsam und es ließ sich fast nichts damit anstellen.

Aber allein die Tatsache mit anderen Menschen zu interagieren war aufregend genug. Ob ein einfacher Knuddels Chat oder billiges Browsergame, mich faszinierte alles.

Das Problem an der Sache war, ich verdiente kein Geld und meine Eltern weigerten sich, Internet für unseren Haushalt zu bestellen.

Also begnügte ich mich zunächst mit dem Internet eines Kumpels und dem im Informatikunterricht.

Es dauerte noch einige Jahre, bis ich es geschafft hatte meine Eltern von der Anschaffung zu überzeugen. Und dann ging’s endlich los.

Meine Eltern sind seit Christi Geburt Telekom Kunden und in der Hinsicht so flexibel wie Stahlträger. Also wurde die Telekom unser erster Internetanbieter.

(vielleicht gab es damals auch gar keine anderen, es war schließlich 2006)

Wir hatten damals einen Tarif der uns 3000 Kb/s bzw. 3 Mbit/s zusagte.

Von diesen 3000 Kb/s hatten wir 1800 Kb/s an guten und 1200 Kb/s an schlechten Tagen. Also doch eine grundsolide Leitung…

Um genau zu sein reichte das Internet gerade so aus, um sich ein 5min Video innerhalb von 15min anzuschauen.

Aber ich war jung und hatte eine Menge Zeit, also nahm ich die Wartezeit gern für die weiten Möglichkeiten des Internets auf mich auf.

Ich bin schon als Kind ein leidenschaftlicher Zocker gewesen und von daher war das Internet ein wahrer Segen.

Es reichte zwar nur für einfach Spiele wie “Worms Armageddon” aber das reichte mir.

Vielleicht lag es auch am Ausbau der Internetleitung. Ich wohnte zu diesem Zeitpunkt in Seebad Ahlbeck, einer kleinen Gemeinde auf der Insel Usedom.

Telekom – Zufriedenheit: 2/5, verständlich 😀


Der erste eigene Internetanschluss

So vergingen ein paar Jahre, bis ich das Elternhaus für meine Lehre verließ.

Ich zog nach Zinnowitz in eine kleine Einraumwohnung, an der Hauptverkehrsstraße, im Erdgeschoss, mit lauten Nachbarn (und vielen kleinen Kindern) und Fenster zur Sonnenseite.

Der Traum einer ersten Wohnung also.

Hier noch einmal ein Bild, um zu zeigen, wie weit ich es in die Welt geschafft hatte.

Aber jetzt hatte ich die Chance für einen besseren Internetanschluss.

Also suchte in nach dem Anbieter, der mir das schnellste Internet liefern konnte.

Nach einigen Suchen tat sich Telekom (35,95€ im Monat) als Sieger hervor. (der Apfel fällt nicht weit vom Stamm)

Telekom – Zufriedenheit: 3/5

Ich weiß nicht mehr genau, wieviel mir damals versprochen wurde aber ich denke es waren 10 Mbit/s, wovon ich 5-6 Mbit/s auch wirklich nutzen konnte.

An dieser Stelle war das Internet für mich allerdings schon voll nutzbar.

Ich konnte spielen ohne Unterbrechungen, skypen und mir Youtube Videos ansehen (auch wenn nicht immer ohne Unterbrechung)

(Das war übrigens auch die Zeit, in der ich zum Online Marketing gefunden habe.

Geld wird immer dann wichtig, wenn man keines hat. Und in einer Lehre, in der nur 150€ zum Leben im Monat bleiben denkt man schon darüber nach, dass es doch auch andere Wege geben muss.)

Nachdem ich meinen Gesellenbrief in der Tasche hatte schwor ich mir, nie wieder in diesem Beruf zu arbeiten.

Auf Geld ließ sich aber schwer verzichten, so bewarb ich mich bei der Bundeswehr und wurde genommen.

Nach meiner 3 monatigen Ausbildung wurde ich nach Torgelow versetzt. Einem kleinen unscheinbaren Ort im nirgendwo von Deutschland.

Torgelow hat den Ruf der 3 Meere. Man spricht von “Waldmeer, Sandmeer, nichts mehr”

Und genauso fühlte ich mich dort auch. Von der Außenwelt abgeschnitten, keine Möglichkeit mich zu konnekten.

Denn schließlich war ich Soldat und schlief in der Kaserne.

Die Verbindung meines Smartphones war quasi nicht existent. Ich fühlte mich wie in das  Mittelalter zurückversetzt.

Wenn es draußen dunkel war, dann war es auch dunkel. Wenn ich aus dem Fenster meiner Stube schaute gab es da keine Laternen oder so einen neumodernen Kram.

Dort verließ man sich noch auf das gute alte Mondlicht.

“So kann es nicht weitergehen” dachte ich mir und meldete mich bei meinem nächsten Anbieter an…


Nach 2 Monaten, Vertrag wieder gekündigt

Ich wusste nicht, ob ich als Soldat nun viel umherreisen oder an einem Dienstort bleiben würde.

Deswegen kaufte ich mir einen Gaming Laptop, denn schließlich war ich immernoch Gamer und wollte zocken.

Mein Smartphone (Vodafone) konnte ich wie gesagt nicht als Hotspot nutzen, weil das Vodafone Netz dort noch nicht ausgebaut war. (und wahrscheinlich noch ist, was sich die nächsten 100 Jahre wohl auch nicht ändern wird)

-Zur Info zwischendurch, das war 2014-

Eine kleine Panik machte sich in mir breit. Die nächsten 4 Jahre allein in einer winzigen Stube wohnen, in einem Gebäude, in dem nur vereinzelte schlecht gelaunte Feldwebel hausen, in einem Ort, in dem das fließende Wasser die letzt große Errungenschaft war…

“Nein, so schlimm wirds schon nicht” – und nach ein paar Telefonaten fand ich dann auch einen Anbieter für einen Surfstick, dessen Netz ausgebaut war:

1&1. (19,95 im Monat) Endlich wieder mit der Außenwelt verbunden sein, welch eine Erleichterung. Nicht einmal unbedingt um zu zocken, sondern auch, sich um mit Freunden und Familie zu unterhalten.

1&1 – Zufriedenheit 2/5 Internetausfälle, sowie viel zu hoher Preis für die geringe Leistung

Mein Nachmittag sah so aus, dass ich Abends nach Dienst in meiner tristen und kalten Stube saß und mit meinen Freunden zockte.

Die Verbindung war schlecht, das Datenvolumen nicht einmal ansatzweise ausreichend (2GB im Monat) und es verging quasi kein Tag, in der die Verbindung nicht abbrach.

Also beschloss ich den Vertrag nach 2 Monaten zu kündigen und wieder in eine eigene Wohnung zu ziehen.


Ich fange an selbst zu streamen

Ich fand eine Wohnung in einem Neubaublock mit Papp Wänden und einer lauten Nachbarschaft.

Und wieder begann die Suche nach der besten Internetverbindung.

Diesmal sollte es Vodafone-Kabel Deutschland (39,99 im Monat) werden.

Vodafone/ Kabel Deutschland – Zufriedenheit: 2/5 das Internet war zwar schnell genug aber der Kundesupport ist grausig. Teilweise 20min Warteschlange und ich hatte auch einmal den Fall, dass ich einem Mitarbeiter mein Problem schildere und er stöhnt und einfach auflegt…

Mir bis zu 20 Mbit/s geboten. “Das ist mal ne Hausnummer” -dachte ich mir.

Und siehe da, ca. 80% kamen auch wirklich an, das ist doch mal was.

Eine deutliche Verbesserung zu allem bisher dagewesenen.

Zu dieser Zeit schaute ich sehr viele Gaming Streams über Twitch. Da dachte ich mir, “warum streame ich nicht selber?”.

Als ich noch in Zinnowitz wohnte hatte ich es schon einmal versucht, allerdings reichte der Upload vorn und hinten nicht.

Nun war das allerdings kein Problem mehr. Es reichte zwar nicht für die allerbeste Auflösung aber ich konnte ununterbrochen, ohne große Komplikationen streamen.

So verging ein Jahr. Ich ging zur Arbeit, zum Sport, streamte usw.

Aber ich wurde von Monat zu Monat immer unglücklicher. Denn ich bin ein junger Mensch und wollte neue Leute kennenlernen.

Aber da waren keine…

Kein Café, kein Club, keine Vereine, nichts.

Da fasste ich den Entschluss wegzuziehen. Wohin ist egal, hauptsache irgendwo hin, wo es Menschen gibt.

Nun ist es bei der Bundeswehr und dem umziehen nicht so einfach. Du musst einen Antrag stellen, angeben wo du hin möchtest und dann wird geprüft, ob diese Versetzung möglich ist.

Ich hatte Städte wie Berlin, Hamburg, Köln angegeben, zur Auswahl wurden mir dann allerdings Hannover oder Kiel geboten.

“Egal, einfach nur weg, dann nehm ich ene mene Mopel… Hannover”


Das Leben mit einer ECHTEN Internetverbindung und die mysteriösen Ausfälle

In Hannover angekommen suchte ich mir so schnell wie möglich eine Wohnung. Raus aus der Kaserne, denn ich wollte meine Ruhe und nicht mehr mit haufenweise Leuten eingesperrt sein. (und natürlich auch Internet)

Aus Film und Fernsehen wusste ich, dass es Orte auf dieser Welt gibt, in der die Menschen eine 100 Mbit/s Leitung hätten.

Nach meiner Recherche fand ich heraus, dass ich jetzt einer dieser Menschen sein konnte!

Und nun bin ich stolzer Nutzer einer 100 Mbit/s Leitung.

Mit O2 (29,95€ im Monat) und so sehen meine Ergebnisse über den Speed Test aus:

O2 – Zufriedenheit: 5/5 guter Kundensupport und schnelles Internet, was will man mehr

Nach all den Jahren frage ich mich, wer diese “mit bis zu” Werte mißt…

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Aber ich muss auch ganz ehrlich zugeben, dass ich keine schnellere Leitung mehr brauche. Wenn ich etwas schnelleres für das gleiche Geld kriegen würde, würde ich es mitnehmen aber ansonsten nicht.

Ich nutze das Internet zuhause fast ausschließlich über den PC. (Ungefähr 95% PC und 5% Smartphone) Und ich habe weder bei dem einen noch bei dem anderen Probleme irgendetwas zu streamen o.ä.

Was ich mir für Deutschland wünschen würde wäre ein Ausbau des Netzes, so dass man auch außerhalb von Städten eine gute Leitung hätte.

Und freies WLAN natürlich.

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Im letzten Jahr hatte ich noch ein wenig gestreamt, es dann aber schließlich sein lassen, weil es mir einfach zu zeitaufwendig ist.

Aber in dieser Zeit konnte ich noch einmal eine deutliche Verbesserung der Streaming Qualität feststellen. (ist ja auch klar, bei einer solchen Leitung)

Es schien alles perfekt zu sein. Aber so schien es auch nur, denn ich hatte immer wieder Internet Ausfällen zu kämpfen.

Also kontaktierte ich den Kundensupport.

Dieser konnte auch immer wieder Abstürze feststellen, zu den unterschiedlichsten Zeiten. Er sagte mir aber, dass es nicht an deren Netz, sondern an mir liegen würde.

Ich setzte mich zurück an meinen Rechner und bereitete mich auf den nächsten Ausfall vor, um wie Sherlock Holmes auf Spurensuche zu gehen.

Und der nächste Ausfall kam, nichts gefunden. Der Nächste, nichts und der Nächste wieder nichts.

So vergingen einige ärgerliche Monate in denen mein Internet mal mehr, mal weniger, mal gar nicht abbrach.

Bis ich eines Tages hörte, wie mein Kühlschrank in genau dem Augenblick zu brummen anfing, in dem mein Internet ausfiel.

*Klick*

Daran liegt es also.

Jedes mal, wenn sich mein Kühlschrank einschaltet überlastet er das Netz, so dass alles, was in diesem Kreislauf angeschlossen ist kurz ausfällt.

Um zu testen, ob man These stimmt habe ich einfach mal eine andere Steckdose ausprobiert. Und siehe da, ich lag richtig.

Die Herausforderung lag jetzt darin, den Router so anzubringen, dass er im anderen Stromkreislauf ist, das Lan Kabel bis zu meinem Computer reicht aber trotzdem nirgendwo Kabel rumliegen.

Ich zeige dir hier mal meine Lösung, dann wirst du verstehen, was ich meine. 😉

Wie du siehst, war es gar nicht so einfach und sieht verdammt beschissen aus aber es funktioniert.


Die 550€ Rechnung

Du erinnerst dich an meine Wohnung in Zinnowitz, Telekom, 35,95€ im Monat?

Nun, damals hatte ich den Router MIT der Kündigung zurück zur Telekom geschickt.

Denn in der Regel sind die Router nur geliehen und müssen nach Benutzung zurückgegeben werden. (es sei denn dein Vertrag sieht vor, dass du ihn kaufst)

Für mich war damit die Sache gegessen und ich kümmerte mich nicht weiter drum.

Wichtig: Wenn ihr so einen Vertrag kündigt, erstellt euch eine Kopie der Kündigung und versendet per Einschreiben mit Rückantwort.

Und jetzt kommt einer der größten Fehler, die du machen kannst:

In all den Jahren danach habe ich keinen Blick auf meine Abbuchungen geworfen.

Ich war ja bei der Bundeswehr, verdiente genug, (war unwissend), und hatte keinen Bock ständig auf meine Kontoauszüge zu schauen.

In diesem Jahr erhielt ich ein Schreiben von einem Inkasso Unternehmen, mit einer Rechnung von über 550€!.

Es stellte sich heraus, dass die Kündigung niemals bei der Telekom angekommen ist. (oder im Karton einfach übersehen wurde) Und ich Jahrelang, weiterhin für diesen Anschluss gezahlt habe.

Aus irgendeinem Grund, ich weiß nicht mehr genau aus welchem, wurde die Ermächtigung für die Lastschrift entzogen.

Und so türmten sich mehrere Monate über die monatlichen Kosten, bis die Telekom den Vertrag ihrerseits kündigte.

Weil sie mich nicht mehr erreichen konnten (ich war ja umgezogen) schalten sie ein Inkasso Unternehmen ein, dass die Steuern eintreiben sollte.

So flatterten über mehrere Monate hinweg Rechnungen ins Haus. Über mehrere Monate, weil ich es für eine Trickbetrüger Masche hielt.

Denn ich dachte mir “Telekom? Ich bin seit Jahren schon kein Telekom Kunde mehr”

Und so kamen noch weitere Versäumniszuschläge und einmal Anwaltskosten hinzu und so kam ich auf eine Rechnung von ungefähr 800€.

Ganz wichtiger Tipp für euer Leben: habt immer einen klaren Überblick über die Ein- und Ausgänge eurer Finanzen!


Meine Internet Nutzung

Zum Schluss noch ein paar Daten über meine Nutzung heutzutage:

  • Wenn ich zuhause bin sitze ich ungefähr 80% meiner freien Zeit am Rechner und arbeite an meiner Selbstständigkeit.
  • Zocken oder Serien streamen habe ich mir weitestgehend abgewöhnd, weil es mir einfach keinen Spaß mehr macht
  • Auch wenn es anders aussieht wenn man das jetzt liest, bin ich doch lieber Offline und in der Natur (Mein Smartphone ist 90% des Tages im Flugmodus)

Und um die Frage vom Konstantin zu beantworten (würde ich lieber ein Messer oder ein Smartphone mit Internetzugang und Dauerstrom mit auf eine einsame Insel nehmen)

Wenn das Smartphone GPS hat, würde ich das nehmen und mir ein Messer bei Amazon bestellen.

Ansonsten würde ich das Messer nehmen. ;P

Das waren sie, meine Internet Anbieter Storys.

Ich muss sagen, auch wenn es mich eine Menge gekostet hat, bin ich doch froh diese Erfahrung gemacht zu haben. Denn ich weiß jetzt GANZ GENAU, dass ich DIESEN Fehler nicht noch einmal machen werde.

Wie hat euch der Einblick in meine Erfahrungen gefallen? Und was hattet ihr für Probleme oder besonders schöne Momente mit eurem Anbieter? Schreibts mir in die Kommentare. 🙂


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1 Comment
  1. Antworten

    Konstantin

    Dezember 26, 2018

    Hallo Norbert,

    der Beitrag ist mega. Vielen Dank für den Einblick. Du hast tatsächlich schon viele Erfahrungen gesammelt was die Internetanbieter angeht. Ich war damals auch bei der Telekom mit dem 56k-Modem (bei den Eltern) online. Ich weiß genau was du meinst, wenn es um die lahme Internetverbindung und die Verbindungsabbrüche geht.

    Das Problem mit dem Kühlschrank und dem überlasteten Stromnetz: Wow – da muss man erst mal hinter kommen. Deswegen ist die Fehlersuche am PC bzw. beim Internetzugang auch oft schwierig. Es gibt viele Faktoren.

    Ärgerlich ist das mit dem Vertrag, der gekündigt war. So schnell werden da also knapp 1000 Euro Kosten draus.

    Clever von dir das Messer bei Amazon zu bestellen :)))

    Beste Grüße und einen guten Rutsch in’s neue Jahr.

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